Genderswapped Podcast

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Wir ändern das Spiel. - Queerfeministischer Rollenspiel- und Nerdkulturpodcast

Episode 21: Der Umgang mit Rassismus

Audio herunterladen: MP3 | AAC | OGG | OPUS

Am 19.02.2020 tötete in Hanau ein rechtsextremistischer Terrorist 9 Menschen aus rassistischen Motiven. Trotzdem hört man immer wieder die Mär vom "verrückten Einzeltäter" - dabei leben wir alle in einer zutiefst vom strukturellen Rassismus durchdrungenen Gesellschaft. Es ist also an der Zeit, das Thema anzupacken - im Alltag, im Internet, und ja, auch in unseren Rollenspielrunden. Mit unserem Gast Aşkın Hayat Doğan sprechen wir über Rassismuserfahrungen, Social Media, das Thema Rassismus im Rollenspiel und mehr. In den Shownotes findet ihr viele Links und Tipps zu Büchern und Podcasts zum Thema.

CN: Wir sprechen über Rassismuserfahrungen und auch kurz über #MeToo und sexuelle Übergriffe (als Erwähnung, nicht im Detail).

Shownotes:

Aşkın Hayat Doğan auf Facebook und auf Twitter

Ausschreibung: Urban Fantasy - Going Intersectional

Going Intersectional auf Twitter

Der nerdige und niveauvolle Trashtalk - Folge mit Eingehen auf Hanau

Die #Feminism-Anthologie

Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein - von Mohamed Amjahid

Tupodcast von Tupoka Ogette

Kanakische Welle von Marcel Aburakia und Malcolm Ohanwe

Vocal About it von Sara Hassan und Sarah Diedro

Rice and Shine von Vanessa Vu und Minh Thu Tran

Asians Represent-Podcast von Daniel Kwan und Agatha Cheng

Seeing White - Staffel von Scene on Radio

Die Datteltäter auf YouTube

Und der von der Gästin der Januarfolge Shelly empfohlene KARAKAYA TALK auf YouTube

White Fragility-Selbsttest

Der Tone Policing-Comic (ja, SCHON WIEDER).

Bubble Party - Ein Sketch zum Thema "jede Meinung muss gehört werden"

Nicht nur Nischenschmerz - nach Hanau in Deutschland leben, von Anna Dushime (TAZ online).

Exit Racism von Tupoka Ogette

Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow

Post von Karlheinz und Auf sie mit Gebrüll von Hasnain Kazim

Interview mit Robin di Angelo zu White Fragility

 


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Acid Lounge – FoolBoy - freesound.org

 

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Kommentare

Sonntagssoziologe
by Sonntagssoziologe on
Hallo, interessanter Kanal. Vielleicht könnt Ihr mir auf zwei ad hoc Fragen eine Antwort geben, die sich für mich ergibt. 1) Ihr findet den Begriff Rassismsus besser als Fremdenfeindlichkeit. Ist das ein strategisches Argument, um mehr Kante zu zeigen oder findet Ihr das auch analytisch gut? z.B. wären ja Rassismus auch ohne Fremdenfeindlichkeit zumindest theoretisch denkbar. z.B. wenn sich eine Gruppe für genetisch überlegen erklären und gerade deshalb sich für die Erhaltung von Frieden, Glück und Wohlstand verantwortlich sähe.Der Begriff der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wurde in der Soziologie ja zur weiteren Differenzierung entwickelt. 2) Wie geht Ihr mit Klassismus im Rollenspiel um? z.B. eine Abwertung von Bettlern oder Respekt vorm Adel. Die Argumente gegen Rassismus greifen aus meiner Sicht auch hier. Ein Gegenargument könnte sein, dass es Rassen biologisch nicht gibt, Arm und Reich aber schon. Dann könnte man aber sagen, ok, ist aber Fantasy. In dieser Welt gibt's sowas. Folgen würde der Hinweis, dass man dennoch rassistisches Denken reproduziert. Dann aber wäre das Argument auch wieder auf dem Tisch, dass man durch spielerischen Klassismus diesen reproduziere. Gleiches gilt natürlich auch für die Genderfrage im Rollenspiel. Die Aktivistin Bafta Sarbo formulierte es so: Hat man Rassismus und Geschlechterdiskriminierung beseitigt, ist die Armut bunter geworden, aber immer noch da. Solcher Aktivismus hat lediglich das Ziel, dass ehemals Unterdrückte zukünftig leichter andere unterdrücken können. 3) Erzeugen Punktesysteme für Intelligez eigentlich einen Intelligenzrassismus nach Bourdieu? Zumindest einige Ansätze sehen in unserem Intelligenzkonzept eine Messung von Fähigkeiten der europäischen Mittelschicht. Die Rückführung verschiedener geistiger Fähigkeiten im Spiel auf einen Intelligenzwert würde ja unterstützen, dass es diese eine Universalintelligenz gäbe, aus der sich alle geistigen Fähigkeiten ergeben. Vielleicht bin ich da hinterher, aber ich denke, die Frage ist psychologisch noch nicht geklärt. Mich würden eure Gedanken dazu interessieren, da gerade Punkt 2 herauszunehmen, erheblich viele Rollenspiele in Frage zu stellen scheint. Vielleicht übersehe ich ja auch etwas. Grüße Ein Sonntagssoziologe
Judith
by Judith on
Hallo They! Das klingt toll, herzlichen Glückwunsch zu "they"! Bei mir ist es jetzt etwas über ein Jahr her, dass mir mitten in der Nacht der Gedanke kam, dass nichtbinär sich irgendwie ziemlich passend anfühlt. Und zu deinem anderen Punkt: Wir haben uns natürlich auch gefragt, ob wir auf Mr Ps Kommentar eingehen oder ihn einfach stehen lassen. Wir hatten bisher nicht die "spoons" dazu, an dieser Stelle weiter zum Hufeisen zu diskutieren. Wir haben uns im Podcast dazu positioniert: wir sehen es wie Aşkın. Rechte und linke Gewalt gleichzusetzen, dient rechten Narrativen und pflegt eine "Neutralität", die keine ist. Danke für dein Statement dazu!
They
by They on
Babysteps. Danke für euren Podcast. Als erstes habe ich Aşkın als FB Kontakt angefragt und bekommen. Als zweites beschlossen im Discord unserer Fantasywelt ab jetzt nach Pronomen zu fragen um die als Rollen zu vergeben, so dass alle die bequem sehen die nicht fragen wollen. Und als drittes erstmals mir und anderen gegenüber zugegeben, dass eigentlich "they" angenehmer wäre. Was immernoch nicht wieder rauseditiert ist. Beim mehr on-topic white fragility Selbsttest pingt bei mir #5 - das Bedürfnis, sich vom eigenen "früher" zu distanzieren. Zu Mr P nichts zu sagen fällt dagegen schwer. Wer selbst schon unter 50 Nazistefeln gelegen hat (und wie in unserem Fall von einem Migranten mit Zivilcourage daraus gerettet wurde) kann die Neonazis schlecht mit Äquidistanz bewerten, selbt im Wissen dass nicht alle gewaltbereiten bei den Linken Provos des LKA sind, sondern nur die Mehrheit der bisher getroffenen. Ich mag brennende Autos nicht relativieren, aber MrP muss sich klar machen dass er genau das mit getöteten Menschen macht. Auch mit den NSU Opfern. Finde ich jedenfalls.
Fnord
by Fnord on
Die Folge ist mal wieder richtig gut und öffnet mir, dem weißen, alten Mann, mal wieder die Augen, dass ich doch gar nicht so politisch korrekt bin, wie es gerne gehabt hätte. Danke und weiter so Fnord
Mr P
by Mr P on
Hallo Lena und Judith! Zunächst mal schönen Dank für euren tollen Podcast der mir immer wieder eine andere Sicht der Dinge aufzeigt! Ich stimme zwar nicht allem zu was ihr einbringt, zum Nachdenken bringt ihr mich aber eigentlich immer. Manches Mal habt ihr mich als "privilegierten weißen Mann" auch schon zum Umdenken gebracht und meinen Horizont erweitert, toll! Auch diese Folge machte da keine Ausnahme. Daumen hoch! Bei einer Bemerkung eures Gastes musste ich dann aber echt schlucken: Der Vergleich Rechts- und Linksextremismus mit der Behauptung Links sei nicht schlimmer als Rechts und das durch Linksextremismus noch niemand gestorben sei. Na, ich weiß ja nicht... Als Vater zweier Kinder bin ich eigentlich immer bemüht den Kids klarzumachen, das Extremismus jedweder Form immer nur in die Konfrontation führt und nie das Mittel zum gemeinsamen friedlichen Zusammenleben sein kann; und das fängt ja schon in der Familie an! Konkret zum Linksextremismus: Ich würde ungern Leute verharmlosen oder meine Kinder in eine solche Szene abgleiten sehen die: In Eimer kotet und uriniert um diesen Inhalt dann auf andere Menschen zu kippen die mir helfen kommen wenn ich einen Unfall habe oder bei mir eingebrochen wurde, Stufen von Baumhäusern ansägt und billigend in Kauf nimmt das andere sterben (ein Journalist ist ja dann statt eines wohl eigentlich anvisierten Polizisten gestorben), marodierend durch Hamburg zieht und wahllos Fahrzeuge anderer Menschen demoliert (G9 Gipfel 2017), auch jetzt in der Corona-Krise unverblümt dazu aufruft die Situation auszunutzen um den "Umsturz" herbeizuführen und benötigte Einrichtungen lahmzulegen und dort arbeitende Menschen zu schädigen (auf Indymedia). Ich könnt hier leider ewig so weitermachen. Linksextrem ist nicht besser als Rechts nur anders schlimm und genauso menschenverachtend (man sehe sich nur mal die Linksextremen Staatsformen an, die es gab und gibt). Puh, das musste jetzt mal raus, insbesondere, da ihr das in der Folge leider nicht kommentiert habt bzw. es mir so vorkam, als wenn ihr diese Meinung teilt. Ansonsten bitte weiter so, ich freue mich schon auf die nächste Folge!

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