Genderswapped Podcast

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Wir ändern das Spiel. - Queerfeministischer Rollenspiel- und Nerdkulturpodcast

[Aprilscherz!] Toxische Weiblichkeit

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Wir haben uns dieses Jahr einen Aprilscherz erlaubt. Hinter unserer Folge mit dem Titel "toxische Weiblichkeit" verbirgt sich nur ein kurzes Soundfile, in dem wir erklären, dass es so etwas nicht gibt. Ebensowenig wie strukturellen Sexismus gegen Männer oder strukurellen Rassismus gegen Weiße. Wir haben überlegt, ob wir zu Zeiten der Pandemie einen Aprilscherz veröffentlichen sollen - und uns dann letztendlich doch dafür entschieden. Denn auch während der Corona-Krise sind Rassismus, Sexismus und Diskriminierung nicht plötzlich abgemeldet - im Gegenteil. Gegen Corona können wir nicht viel tun, aber bei diesen Themen bleiben wir natürlich weiter am Ball, heute eben mit einer sehr kurzen Aussage hinter einem Scherz-Folgentitel. Wir hoffen, ihr konntet darüber lachen. Mehrzum Thema findet ihr in den Shownotes.

If you think “toxic femininity” is real, you are part of the problem…

Warum es beim Begriff "toxische Männlichkeit" nicht um Kritik am Mann geht und das Äquivalent einer "toxischen Femininität" nicht funktioniert

Why We Should Stop Talking About Anti-Male Sexism

Scene on Radio: MEN

Von der Website der Amadeu-Antonio-Stiftung: "In Deutschland schafft Rassismus vielfältige Privilegien für weiße Deutsche, weshalb es auch keinen Rassismus gegen weiße Deutsche geben kann. Natürlich kann Sprache trotzdem beleidigen und ausgrenzen, aber wie ein bestimmter Begriff gemeint ist und ob er rassistisch ist, hängt von Sprecher*in und Kontext ab. Es geht um Macht und Benachteiligung innerhalb einer Gesellschaft: Weiße Deutsche müssen sich und ihre Herkunft nicht erklären oder rechtfertigen und dürfen sich als “normal” verstehen - ohne dass das hinterfragt wird."


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Kommentare

Carmen Keßler / DasTenna
by Carmen Keßler / DasTenna on
Hallo, Judith. Vielen Dank für die Rückmeldung und einen weiteren Blickwinkel auf diesen Themenkomplex. Bin ja erst vor ein paar Tagen durch einen Autorenkollegen auf den Podcast aufmerksam geworden und arbeite mich jetzt episodenweise durch. Bin mal auf die Folge zu den Geschlechterrollen gespannt. Beste Grüße, Carmen
Judith
by Judith on
Hallo Carmen, danke für deinen ausführlichen Kommentar. Wir stimmen dir natürlich zu, dass es toxische Rollen für Frauen gibt, wir glauben aber, dass diese aus einer patriarchalen Zuordnung kommen. Dein Beispiel mit dem Erzieher ist ja auch eines, das in dem von uns verlinkten Artikel angesprochen wird: Dass Männer im Kontext der Pflege von Kindern abgewertet werden, entsteht aus dem patriarchalen binären Rollenbild, mit dem Frauen und Männern angeblich angeborene Eigenschaften zugewiesen werden. Ich finde, toxische Männlichkeit ist das Bestreben, im Patriarchat als Gewinner hervorzugehen. Das, was als Gegenentwurf dazu formuliert wird und toxische Weiblichkeit genannt wird, ist eher ein Sich-Einfügen in die Hierarchie. Es ist sicher Definitionssache. Aber stereotypes männliches und stereotypisch weibliches Verhalten arbeiten beide daran, patriarchale Strukturen zu erhalten, das ist schon richtig. Wir haben noch eine spätere Folge zum Thema Geschlechterrollen, vielleicht findest du da noch Gedanken, die dich mehr abholen. Schöne Grüße Judith
Carmen Keßler / DasTenna
by Carmen Keßler / DasTenna on
Bezüglich strukturellem Sexismus gegenüber cis Männern pflichte ich auch weitgehend bei, wobei mich tatsächlich eure Sicht auf die Ungleichbehandlung von männlich und weiblich gelesenen Angestellten in Kitas und Kindergärten interessiert hätte. Ich weiß nämlich schlicht nicht, ob es schon als struktureller Sexismus zu betrachten wäre, wenn Eltern und/oder Kolleg:innen männlich gelesene Angestellte häufig nicht mit den Kindern, die diese betreuen, allein wissen wollen. Ich kenne ein paar männliche Erzieher, die tatsächlich die Kinder nur im Beisein einer weiblichen Erzieherin wickeln dürfen. Wie gesagt, ob das ein strukturelles Problem ist oder eher ein individuelles, weiß ich nicht. Bezüglich des Begriffs "toxische Weiblichkeit" fand ich es jedoch ein wenig enttäuschend, dass ihr die Existenz von toxischer Weiblichkeit einfach so in Abrede gestellt habt. Auf mich hatte diese knappe Abfertigung in etwa dieselbe Wirkung wie die Aussage "Asexuelle und aromantische Menschen sind nicht Teil der queeren Community, weil sie nicht strukturell diskriminiert werden und eigentlich straight sind." Obwohl ich nachvollziehen kann, dass ihr den Begriff vermutlich deshalb ablehnt, weil er wie eine Relativierung klingt (und es mich nicht wundern würde, würde er mittlerweile von der Neuen Rechten als Kampfbegriff missbraucht), hätte ich eine Diskussion darüber durchaus hilfreich empfunden. Denn das hätte eine in meinen Augen interessante Auseinandersetzung mit den starren weiblichen Rollenbildern bedeutet, die dahinterstecken, und die z. B. auch mich als asexuelle, weiblich gelesene Person einengt, die weder von dem Bild der aufopferungsvollen Mutter was hält noch davon, begehrenswert sein zu müssen (bevorzugt für heterosexuelle cis Männer). Das ist auch das, was ich unter dem Begriff "toxische Weiblichkeit" analog zu dem Begriff "toxische Männlichkeit" verstehe: Stereotype, repressive und starre Rollenbilder, die vorgeben, wie man sich zu verhalten hat und wie nicht, wie man zu fühlen hat und wie nicht, und die durch ihre nicht vorhandene Toleranz gegenüber Abweichungen Menschen schaden. Wenn man es so definiert, ist nicht von der Hand zu weisen, dass toxische Weiblichkeit analog zur toxischen Männlichkeit existiert, durch diese im Grunde bedingt und von dieser für die eigene Existenzberechtigung in gewisser Hinsicht benötigt wird. Bräuchte toxische Männlichkeit toxische Weiblichkeit nicht, würden das Aufweichen weiblicher Rollenbilder und der Zusammenschluss weiblich gelesener Menschen (inklusive derjenigen trans Frauen, die (noch) als männlich gelesen werden) nicht jene dermaßen in Panik versetzen, deren Bild der eigenen "Männlichkeit"(TM) davon abhängt, dass die Rollen starr sind. Und umgekehrt, denn leider definieren auch immer noch Frauen* ihre eigene "Weiblichkeit"(TM) in Abgrenzung zu einem starren Männerbild. Falls ihr interessiert seid, hab ich noch zwei Artikel zu dem Thema für euch: https://www.die-inkognito-philosophin.de/blog/toxische-weiblichkeit https://frauenseiten.bremen.de/blog/toxische-weiblichkeit-auch-frauen-haben-zerstoererische-tendenzen/

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