Episode 15 - Das Spiel mit Internetkommentaren

Shownotes

Wir sprechen darüber, was vor allem marginalisierte Personen erleben, wenn sie sich im Internet äußern und erklären typische Strategien von Cyber Bullying. Dann nehmen wir ausgewählte Taktiken und setzen sie in Rollenspielideen um, von Szenarien über Speziesbeschreibungen bis hin zu Minispielen. Und weil uns dazu so viel eingefallen ist, gibt es statt eines Medienthemas noch eine Spielidee zum Thema Mental Load und ein paar Tipps zum Umgang mit Belästigung im Internet.

Aces in Space-Crowdfunding

Wasteland ist erschienen

QueerWelten

Roll Inclusive immer noch vorbestellbar

 

Das Hater-Kommentar-Lied

Whataboutism: Why We Should Stop Talking About Anti-Male Sexism.

Der Deutschlandfunk zu Whataboutism

Tone Policing-Comic

Tone Policing-Artikel auf Feminismus oder Schlägerei

Tone Policing-Folge von Darf Sie Das

Der Hopepunk-Artikel

Mental Load: You should have asked

Hass melden

 

Outro-Musik: Free Music Background Loop 1 von Slaking_97 auf Freesound

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Kommentare (7)

Carmen Keßler / DasTenna

@Lena: Emotional, verletzt, wütend zu argumentieren, heißt ja nicht gleich, dass man dabei unsachlich ist. Unsachlich ist es in meinen Augen erst, wenn es persönlich wird. Und persönlich ist halt bescheiden. Tatsächlich gehöre ich zur selben marginalisierten Gruppe wie besagte Aktivistin, kenne daher den Kampf gegen die Windmühlen und weiß, wie ermüdend der ist. Ich habe auch schon mehrere ätzende Coming Outs hinter mir, auch mich nervt das wiederholte Erklären der immer gleichen Dinge und auch ich reagiere irgendwann gereizt, aber ich weiß halt, dass es nix bringt, Leuten, die es einfach nur nicht besser wissen (wüssten sie es besser, könnten wir uns ja die Aufklärungsarbeit sparen), gleich alles Mögliche zu unterstellen, und damit auf die persönliche Ebene zu wechseln. Das ist meiner Ansicht nach keine konstruktive Lösung, führt bei den falschen Leuten zu einer Art Trotzhaltung und ist daher auch nicht mein Weg. Ich will Leute dazu bringen zu begreifen und das gelingt nur, wenn ich ihnen auf Augenhöhe begegne. Das ist bei weitem anstrengender als meinen Frust an ihnen auszulassen, obwohl sie persönlich nichts für die hermeneutische Ungerechtigkeit oder die Marginalisierung können und auch nichts für meine Erfahrungen. Aber es lohnt sich. Ihr Weg ist leider ein anderer. Und ich finde, es sollte möglich sein, Community-intern darüber zu diskutieren und auch Kritik zu äußern, ohne, dass man einander Tone Policing oder gar respectability politics unterstellt. "(Die Frage, welche Personen als berechtigt angesehen werden, Aggressivität in Diskussionen zu zeigen und welche nicht, zeigt schon, dass da unterschiedliche Maßstäbe an den Tag gelegt werden.)" Davon war von meiner Seite weder explizit noch implizit die Rede.

Lena

@Carmen: Danke erstmal fürs weitere Zuhören. :) Zu deiner Frage: Hm, das finde ich tatsächlich ein bisschen schwierig. Gerade die Anregung, doch mal etwas netter zu sein und anders zu formulieren, damit man mehr beachtet und einem besser zu gehört wird, geht schon in die Richtung Tone Policing. Natürlich mag das stimmen. Aber marginalisierte Menschen reden und erklären so viel und sind tagtäglich mit so vielen Aggressionen belastet - wie kann man da erwarten, dass sie immer und in jeder Situation ruhig bleiben und ganz sachlich sind - gerade, wenn es um ihre Existenzberechtigung geht? Ich finde, es ist okay, wenn da mal der Kragen platzt und man nicht mehr ruhig und gelassen sein kann. (Die Frage, welche Personen als berechtigt angesehen werden, Aggressivität in Diskussionen zu zeigen und welche nicht, zeigt schon, dass da unterschiedliche Maßstäbe an den Tag gelegt werden.) Mein Tipp wäre da, als nicht betroffene Person lieber anzubieten, ob man in die Diskussion mit einsteigen soll, weil es für einen selber vielleicht nicht so emotional ist. Denn auch wenn ruhige Aufklärung vielleicht sinnvoller ist, Marginalisierte haben ein Recht drauf, auch mal wütend zu sein. Sie haben das nämlich meistens ruhig schon 3 bis 70 Mal erklärt. ;) In den Shownotes haben wir auch einen Comic zum Tone Policing verlinkt, den ich sehr hilfreich finde. Ich hoffe, das hilft dir weiter. Liebe Grüße, Lena

Carmen Keßler / DasTenna

Mir wurde vor einer Weile vorgeworfen, ich würde Tone Policing und respectability politics betreiben. Obwohl ich mir immer wieder versichere, dass das Mumpitz ist, verunsichert mich das trotzdem mit jedem Mal, wenn wer über Tone Policing spricht oder schreibt. Da ihr das Thema hier angeschnitten habt und damit besser vertraut seid als ich, dachte ich mir, ich frag euch nach eurer Einschätzung. Im konkreten Fall habe ich eine Aktivistin, deren Arbeit ich durchaus schätze und der ich inhaltlich auch in vielen Punkten zustimme, dafür kritisiert, dass sie nicht bloß die Handlungen/Äußerungen als (z.B.) acefeindlich kritisiert, sondern den Personen, die diese Handlungen/Äußerungen getätigt haben, regelrecht unterstellt, bewusst und in voller böswilliger Absicht acefeindlich zu sein. Und ich habe darauf hingewiesen, dass manche Leute sicher bereitwilliger zuhören würden, wenn man ihnen nicht mit Du-Botschaften, sondern erstmal mit Respekt begegnet - und dass der Community damit wahrscheinlich langfristig besser geholfen wäre als mit geradezu offener Feindseligkeit.

Honak

Ist mit Schmähvideo das Video gemeint, bei dem ein deutscher "Pick-Up-Artist" versucht, sich über "Roll Inclusive" lustig zu machen?

Judith

Hallo zusammen, "Glitzy Nails" ist ein Nano-Game aus der Anthologie "#Feminism". :D Haben wir, glaub ich, in einer der ersten Folgen schon mal drüber gesprochen, bin mir aber gerade nicht sicher, in welcher ... Und was das "Schmähvideo" angeht: Die Idee zu dieser Folge entstammt aus den mannigfachen Kommentaren unter diesem Video. Das Video selbst möchten wir aus mehreren Gründen nicht verlinken. Der Inhalt ist nichtssagend und die Regierungsfinanzierungsvorwürfe sind auch nicht aus dem Video, sondern aus den Kommentaren darunter.

Alrik

Interessante Ideen und sehr gute Folgen. Auch als körperlich mittelmäßig beeindruckend und eher ängstlicher Mann kenne ich das Phänomen, dass meine weiblichen Freunde Angst haben Nachts allein nach Hause zu gehen und ich nicht. Ich denke dies hat nichts mit tatsächlicher Wehrhaftigkeit zu tun (ich würde mir nicht zutrauen einen Überfall abwenden zu können das könnten wohl die meisten nicht) sondern damit dass Frauen wohl damit rechnen eher angegriffen zu werden, weil sie aufgrund ihres Geschlechts als leichtere Opfer wargenommen werden (unabhängig ob das stimmt). Ihr hattet ja gesagt ihr wärt in einem Schmähvideo beleidigt worden. Ich wüsste gerne wo man das finden kann. Ich finde es lobenswert das ihr das ihr jetzt nicht zurück flammt und eure Zuhörer zu einem "Gegenschlag" aufruft und gerade am Ende habt ihr ja nocheinmal betont, dass es Konsequenzen haben kann sich gegen Angriffe zu wehren. Ich hab daher vollestes Verständnis wenn ihr ablehnt aber ich wollte gefragt haben: Könnt ihr das Schmähvideo irgendwie verlinken. Gerade Vorwürfe ihr würdet vom Staat bezahlt klingen wegen ihrer absurdität schon sehr lustig obwohl hatspeech natürlich alles andere als lustig ist.

dasnuf

Huch? Was sind Glitzinails und was hat Emotional Labour damit zu tun? Ich bin neugierig geworden beim Zuhören. Und danke für die Idee des Dungeon Crawl Preps!

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